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CPMS

MID, Eichrecht & CPMS: Was brauche ich für die Abrechnung?

Wer eine Ladeinfrastruktur betreibt, stellt schnell fest: Strom messen ist das eine, Strom korrekt abrechnen das andere. Spätestens wenn Mitarbeiter, Mieter, Gäste oder Dienstwagen über dieselbe Ladeinfrastruktur laden, stellt sich die Frage: Welchen Zähler benötige ich eigentlich? Reicht ein einfacher Energiezähler? Brauche ich MID? Und wann spielt das Eichrecht eine Rolle?

Doch selbst mit dem richtigen Zähler ist die Arbeit noch nicht erledigt. Denn die erfassten Ladedaten müssen Nutzern zugeordnet, ausgewertet, verrechnet und gegebenenfalls an ERP-, Buchhaltungs- oder Lohnverrechnungssysteme übertragen werden.

Genau hier kommt ein Charge Point Management System, kurz CPMS, ins Spiel.

13. August 2026 5 Min. Lesezeit
MID, Eichrecht & CPMS: Was brauche ich für die Abrechnung?

Wer eine Ladeinfrastruktur betreibt, steht früher oder später vor der Frage: Wie können Ladevorgänge korrekt erfasst und abgerechnet werden? Reicht dafür ein einfacher Stromzähler, benötigt man einen MID-Zähler oder muss die Ladestation eichrechtskonform sein? Und was passiert mit den Messdaten anschließend?

Welche Arten von Stromzählern gibt es bei Ladestationen?
Grundsätzlich begegnen einem bei Ladeinfrastruktur drei Varianten:

Einfacher Energiezähler:
Ein einfacher Zähler erfasst, wie viele Kilowattstunden über die Ladestation geladen wurden. Für private Anwendungen oder eine reine Verbrauchsübersicht kann das bereits ausreichend sein.

Sobald jedoch Ladekosten zwischen unterschiedlichen Parteien verrechnet oder rückerstattet werden sollen, steigen die Anforderungen.

MID-konformer Zähler:
MID steht für „Measuring Instruments Directive“. Ein MID-konformer Zähler erfüllt europäische Vorgaben an Messgeräte und ermöglicht eine nachvollziehbare Erfassung des geladenen Stroms.

Das ist insbesondere bei Unternehmen interessant, beispielsweise wenn Mitarbeiter ihren Dienstwagen zu Hause laden und die entstandenen Ladekosten vom Arbeitgeber rückerstattet bekommen sollen.

Mess- und eichrechtskonforme Ladestation:
Je nach Land und Abrechnungsmodell gelten unterschiedliche mess- und eichrechtliche Anforderungen. Entscheidend ist unter anderem, ob Messwerte lediglich dokumentiert oder zur verbrauchsabhängigen Abrechnung gegenüber Dritten verwendet werden.

Welche Variante benötigt wird, hängt daher immer vom Land und vom konkreten Anwendungsfall ab.

Der Stromzähler allein löst die Abrechnung noch nicht
Nehmen wir ein Unternehmen mit 20 Ladepunkten.
Mitarbeiter laden ihre Firmenfahrzeuge, andere ihr Privatfahrzeug. Zusätzlich sollen Gäste und Lieferanten laden können. Einige Mitarbeiter laden ihren Dienstwagen außerdem zu Hause.

Die Ladestationen erfassen zwar die verbrauchten Kilowattstunden. Doch damit entstehen weitere Fragen:

Wer hat geladen?
War es ein privater oder betrieblicher Ladevorgang?
Welcher Strompreis muss angewendet werden?Muss der Betrag verrechnet oder rückerstattet werden?
Wie gelangen die Daten anschließend in Buchhaltung oder Lohnverrechnung?

Genau diese Aufgaben übernimmt ein CPMS.

Vom Messwert zur automatisierten Abrechnung
Ein CPMS verbindet die einzelnen Ladestationen mit den dahinterliegenden kaufmännischen Prozessen.

Jeder Ladevorgang wird zentral erfasst und dem entsprechenden Nutzer, Fahrzeug oder Kostenstelle zugeordnet.

Dadurch können beispielsweise:

  • Dienstwagenladungen automatisch rückerstattet werden

  • private Ladevorgänge von Mitarbeitern verrechnet werden

  • Kostenstellen automatisch zugeordnet werden

  • Mieter monatlich abgerechnet werden

  • Gäste ohne vorherige Registrierung laden und bezahlen

  • Reports automatisch erstellt werden

  • Ladedaten an ERP- und Lohnverrechnungssysteme übergeben werden

Aus einzelnen Ladedaten entsteht damit ein automatisierter Prozess.

Beispiel: Dienstwagen zu Hause laden
Besonders deutlich wird der Vorteil bei Firmenfahrzeugen. Ein Mitarbeiter erhält einen elektrischen Dienstwagen und lädt diesen überwiegend zu Hause. Die dabei entstehenden Stromkosten sollen vom Unternehmen übernommen werden.

Statt monatlich Zählerstände, Excel-Listen oder Belege auszutauschen, kann der gesamte Prozess automatisiert werden.

Die Ladestation übermittelt die Ladedaten an das CPMS. Der jeweilige Tarif wird hinterlegt und die entstandenen Ladekosten werden dem Mitarbeiter automatisch zugeordnet.

Über Schnittstellen zu ERP-Systemen wie SAP oder BMD können diese Daten anschließend direkt für die weitere Abrechnung oder Lohnverrechnung bereitgestellt werden.

Bei einem Unternehmen mit 20 Mitarbeitern müsste die Lohnverrechnung regulär für jeden Mitarbeiter die Lademenge inklusive der relevanten Daten manuell in das jeweilige ERP-System übertragen.

Mit einem CPMS werden diese Daten automatisch aufbereitet und monatlich in einer kumulierten Liste zusammengefasst, die mit nur einem Knopfdruck in das ERP-System importiert werden kann.
Spalte A: Auszahlungsmonat
Spalte B: Firmennummer
Spalte C: Mitarbeiternummer
Spalte E: Kostenstelle
Spalte G: Anzahl der kWh

Ein Standort, unterschiedliche Nutzer
Noch interessanter wird es bei gemeinsam genutzter Ladeinfrastruktur. Ein Ladepunkt auf einem Firmenparkplatz kann beispielsweise morgens von einem Firmenfahrzeug, nachmittags von einem Mitarbeiter mit Privatfahrzeug und später von einem Besucher genutzt werden.Technisch handelt es sich immer um dieselbe Ladestation.

Kaufmännisch sind es drei völlig unterschiedliche Ladevorgänge.
Das CPMS erkennt den jeweiligen Nutzer und wendet automatisch die dafür vorgesehenen Konditionen und Prozesse an. Dadurch muss nicht für jede Nutzergruppe eine eigene Ladeinfrastruktur aufgebaut werden.

Auch bestehende Ladeinfrastruktur kann eingebunden werden
Ein weiterer wichtiger Punkt: Unternehmen müssen ihre Ladeinfrastruktur nicht zwingend von einem einzigen Hersteller beziehen. Ein herstellerunabhängiges CPMS kann unterschiedliche kompatible Ladestationen zentral verwalten. Das ist insbesondere für Unternehmen und Immobilien interessant, bei denen Ladeinfrastruktur über mehrere Jahre gewachsen ist oder an verschiedenen Standorten unterschiedliche Hersteller eingesetzt werden. Statt mehrere Portale und Abrechnungssysteme parallel zu verwenden, laufen die relevanten Ladedaten zentral zusammen.

Vom Kostenfaktor zum Geschäftsmodell
Ladeinfrastruktur muss außerdem nicht ausschließlich ein Kostenfaktor sein.
Unternehmen, Hotels oder Immobilienbetreiber können ihre Ladepunkte auch Mitarbeitern, Mietern, Gästen oder Besuchern zur Verfügung stellen und Ladestrom zu selbst definierten Konditionen anbieten.

Das CPMS übernimmt dabei die technische Verwaltung und Abrechnung.

So wird aus einer Investition in Ladeinfrastruktur eine Infrastruktur, die nicht nur Kosten verursacht, sondern auch aktiv genutzt und monetarisiert werden kann.

Welche Lösung brauche ich also?
Die entscheidende Frage lautet nicht nur:

Welchen Stromzähler brauche ich?
Sondern vielmehr:
Was möchte ich mit meinen Ladedaten machen?
Wer lediglich seinen eigenen Verbrauch sehen möchte, benötigt eine andere Lösung als ein Unternehmen, das hunderte Ladevorgänge unterschiedlichen Mitarbeitern, Kostenstellen oder Mietern zuordnen muss.
Der Energiezähler liefert dabei die Messwerte.Das CPMS macht daraus einen automatisierten Prozess.


Fazit:
Eine professionelle Ladeinfrastruktur besteht heute nicht mehr nur aus Ladestation und Stromzähler.
Sobald mehrere Nutzer, Fahrzeuge, Standorte oder Abrechnungsmodelle ins Spiel kommen, wird die Software dahinter zum entscheidenden Bestandteil.
Mit NeuraCharge lassen sich unterschiedliche Ladepunkte zentral verwalten, Ladevorgänge automatisch zuordnen und Abrechnungsprozesse weitgehend automatisieren.
So wird aus Ladeinfrastruktur ein skalierbares System, das sich in bestehende Unternehmensprozesse integrieren lässt.

Sie möchten wissen, welche Zähler, Ladestationen und Abrechnungsprozesse für Ihren Anwendungsfall sinnvoll sind?
Wir analysieren gemeinsam Ihre bestehende oder geplante Ladeinfrastruktur und zeigen Ihnen, wie sich die Abrechnung mit NeuraCharge automatisieren lässt.

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